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Franz Herre
Kaiserin Friedrich
Victoria, eine Engländerin in
Deutschland
ca. 380 Seiten mit zahlreichen
Abbildungen
13,5 x 20,5 cm
Gebunden mit Schutzumschlag
ca. € 19,90 / SFr. 36,00
ISBN 3-89850-142-6
Veröffentlichung: März 2006
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Franz Herre
Marie Antoinette
Vom Königsthron zum Schaffott
420 Seiten mit 35 Abbildungen
€ 24,00 / SFr. 43,00
ISBN 3-89850-118-3 |
Franz Herre
Ludwig I.
Ein Romantiker auf Bayerns Thron
380 Seiten mit 25 Abbildungen
€ 19,90 / SFr. 36,00
ISBN 3-89850-131-0 |
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Victoria, die Erstgeborene der Queen Victoria, heiratete 1858 in London den Prinzen Friedrich Wilhelm, Sohn des späteren Königs und Kaisers Wilhelm I. In die Feststimmung mischte sich Kritik. Es sei zu befürchten, bemerkte Otto von Bismarck, daß die achtzehnjährige Braut die Engländerin nicht zu Hause lasse und keine Preußin werde. Die Princess Royal, meinte die „Times“, habe ein besseres Los verdient als den Einzug in das preußische Königshaus, in dem man nicht wisse, was man „den Rechten des Menschen“ schuldig sei.
Ihr Vater, Prinzgemahl Albert aus dem Hause Sachsen-Coburg-Gotha, der ein englischer Liberaler geworden und ein deutscher Schulmeister geblieben war, hatte die Lieblingstochter präpariert, zur Liberalisierung Preußens und damit zur moralischen Eroberung Deutschlands beizutragen. Er ging davon aus, daß die hochgebildete und willensstarke Tochter den zum Thronfolger berufenen Friedrich Wilhelm, den Bismarck für einen Pantoffelhelden hielt, einen Weg aus dem „Berliner Labyrinth“ in ein Kanaan des modernen Verfassungsstaates weisen könnte.
Nicht eine Erfolgsgeschichte, sondern ein Leidensweg begann. Die Engländerin in Deutschland vermochte Preußen und das von ihm geführte Reich nicht auf Westkurs zu bringen. Dazu fehlte es ihr wie ihrem Gemahl an Einflußmöglichkeiten, und ihre doktrinäre Haltung hielt sie davon ab, einen Mittelweg zu suchen und zu finden. In der langen Kronprinzenzeit von 1861 bis 1888, in der ihr Erzfeind Bismarck das Heft in der Hand hatte, geriet sie immer mehr ins Hintertreffen. Nach dem Tode Wilhelms I. wurde ihr Gemahl als Friedrich III. zwar König von Preußen und Deutscher Kaiser, aber er war todkrank und sie konnte an seiner Seite als Kaiserin Friedrich in den 99 verbleibenden Tagen keinen Wechsel einleiten.
Mit dem neuen Kaiser, Wilhelm II., ihrem ältesten Sohn, war sie in gegenseitiger Haßliebe verbunden. Sie hielt ihn für einen Reaktionär und er sie für die Engländerin, die Preußens Gloria und Deutschlands Glanz zum Vorteil ihres Mutterlandes zu beeinträchtigen suche – während er selber das meerbeherrschende Albion durch eine eigene Seemacht herauszufordern begann.
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Kaiserin Friedrich, wie sie sich auch als Witwe nannte, starb am 5. August 1901 im Alter von sechzig Jahren in ihrem Schloß Friedrichshof im Taunus, ein halbes Jahr nach dem Tode der Queen Victoria. Bis zuletzt hatte sie der Mutter geklagt, daß das preußisch-deutsche Reich ein „Militärstaat“ geblieben und kein „Kulturstaat“ geworden sei. Doch sie hatte die Hoffnung auf „eine Wiedergeburt der deutschen Reichsverfassung auf solider Grundlage, auf festen Prinzipien konstitutioneller Freiheit“ nicht aufgegeben.

Dr. phil. Franz Herre, geboren am 11. April 1926 in Fischen im bayrischen Allgäu, ist ein Schüler des Münchner Historikers Franz Schnabel. Er war lange Jahre als Redakteur tätig, zuletzt als Leiter der Hauptabteilung Politik der Deutschen Welle in Köln, und lebt jetzt in Herrsching am Ammersee. Der „Meister der Biographie“ (Rheinischer Merkur) hat zahlreiche Lebensbeschreibungen für ein breites Publikum verfaßt, denen die Kritik eine gelungene Verbindung von wissenschaftlicher Fundierung mit bester Lesbarkeit bescheinigte: u. a. „Bismarck“, „Kaiser Wilhelm II.“, „Ludwig II. von Bayern“, „Maria Theresia“, „Metternich“, „Kaiser Franz Joseph“, „Napoleon Bonaparte“, „Josephine“, „Marie Louise“, „Napoleon III.“. Der italienische Historiker und Publizist Indro Montanelli schrieb über den Autor: „Herre ist eine Art Magier, der fähig ist, vier Knochen zu nehmen und eine Handvoll Staub und ihnen Leben, Körper und Atem zu geben.“ Im Herbst 2004 ist von ihm bei Hohenheim die Biographie „Marie Antoinette“, im Herbst 2005 die Biographie „Ludwig I.“ von Bayern erschienen.
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