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Geschichte & Politik

 

Franz Herre - Ludwig I.
Vor zweihundert Jahren wurde aus dem Kurfürstentum Bayern ein Königreich

 
 

Ludwig I.

Franz Herre
Ludwig I.

Ein Romantiker auf Bayerns Thron
ca. 380 Seiten mit zahlreichen
Abbildungen
13,5 x 20,5 cm
Gebunden mit Schutzumschlag
ca. € 19,90 / SFr. 36,00
ISBN 3-89850-131-9

Veröffentlichung: September 2005

Marie Antoinette
Franz Herre
Marie Antoinette
Vom Königsthron zum Schaffott
420 Seiten mit 35 Abbildungen
€ 24,00 / SFr. 43,00
ISBN 3-89850-118-3

 

Unter den Königen von Bayern gab es nicht nur einen Romantiker auf dem Thron: den „Märchenkönig“ Ludwig II., über den Franz Herre 1986 eine Biographie geschrieben hat, die ein Bestseller wurde. Nun legt er ein farbiges und facettenreiches Porträt Ludwigs I. vor, des Großvaters, der – im Unterschied zum Enkel – eine Brücke von der Romantik zur Realität zu schlagen verstand, sich nicht in Träumen erschöpfte, sondern als Kunstliebhaber seine Haupt- und Residenzstadt München zu einer Kunststadt erhob und als König Bayern zu einer starken Mittelmacht im Deutschen Bund ausbaute. Unter den fünf bayerischen Königen zwischen 1806 und 1918 ragt Ludwig I. als der Bedeutendste hervor.

Schlüsselerlebnisse prägten seine Persönlichkeit und seine Politik. Von den Franzosen aus Straßburg vertrieben, wo er 1786 als Sohn des späteren Kurfürsten und Königs Maximilian Joseph geboren worden war, begann er die von Frankreich ausgegangene Revolution zu hassen und sich der deutschen Romantik, der Gegenbewegung zur westlichen Aufklärung, zu ergeben. In Napoleon sah er den Erzfeind, dessen Geschenk der Königskrone an die Wittelsbacher er zwar hinnahm, den er aber bekämpfte. Wie andere Nationalromantiker hoffte er, daß aus den Befreiungskriegen die Einheit der Deutschen hervorgehen werde. Aber schon als Kronprinz und erst recht seit 1825 als König geriet sein „teutscher“ Patriotismus in Widerstreit mit seinem bayerischen Staatspatriotismus. Sein Ideal war und blieb ein Deutschland der Vaterländer.

Ludwigs anderes Schlüsselerlebnis war in Rom, das ihn so sehr begeisterte, daß er dort siebenundzwanzigmal weilte und auf dem Pincio die Villa Malta erwarb. Als Romantiker wandte er sich nicht nur der mittelalterlichen, sondern auch und vor allem der antiken Kunst zu. Er berief deutsche Künstler – so Cornelius und Schnorr von Carolsfeld – aus Rom nach München, ließ von Klenze die Walhalla bei Regensburg und die Befreiungshalle in Kelheim und in München u. a. die Glyptothek, die Propyläen und die Allerheiligen-Hofkirche bauen. Es müsse dahin kommen, sagte er, daß niemand Deutschland kennen könnte, der nicht auch München gesehen habe.

 

Als Kunstkönig schuf er Bleibendes, als Staatskönig scheiterte er. Als Kronprinz war er für die Verfassung eingetreten, und in seinen ersten Königsjahren schien er eine liberale Politik anzuvisieren, doch nach der Julirevolution von 1830 geriet er in reaktionäres Fahrwasser und suchte den Bund von Thron und Altar zu erhalten. In der Revolution von 1848 verzichtete er auf den Thron, weil er sich als König von Gottes Gnaden nicht dem Volkswillen beugen wollte – und weil er auf seine Mätresse, die Tänzerin Lola Montez, nicht verzichten konnte. Im Gegensatz zum einschichtigen Ludwig II. war sein Großvater ein Liebhaber vieler Frauen – dreißig wurden gezählt.

Franz Herre

Dr. phil. Franz Herre, geboren am 11. April 1926 in Fischen im bayrischen Allgäu, ist ein Schüler des Münchner Historikers Franz Schnabel. Er war lange Jahre als Redakteur tätig, zuletzt als Leiter der Hauptabteilung Politik der Deutschen Welle in Köln, und lebt jetzt in Herrsching am Ammersee. Der „Meister der Biographie“ (Rheinischer Merkur) hat zahlreiche Lebensbeschreibungen für ein breites Publikum verfaßt, denen die Kritik eine gelungene Verbindung von wissenschaftlicher Fundierung mit bester Lesbarkeit bescheinigte: u. a. „Bismarck“, „Kaiser Wilhelm II.“, „Ludwig II. von Bayern“, „Maria Theresia“, „Metternich“, „Kaiser Franz Joseph“, „Napoleon Bonaparte“, „Josephine“, „Marie Louise“, „Napoleon III.“. Der italienische Historiker und Publizist Indro Montanelli schrieb über den Autor: „Herre ist eine Art Magier, der fähig ist, vier Knochen zu nehmen und eine Handvoll Staub und ihnen Leben, Körper und Atem zu geben.“ Im Herbst 2004 ist von ihm bei Hohenheim die Biographie „Marie Antoinette“.

 
     

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