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Roman Herzog
Das Dilemma der Demokratien
Staat und Gesellschaft im 21. Jahrhundert
195 Seiten
11,5 x 18,7 cm
Gebunden mit Schutzumschlag
16,90 € / 30,80 Fr.
ISBN 978-3-89850-172-9
Erscheinungstermin: November 2008
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Auch neun Jahre nach seinem Rückzug aus dem Amt des Bundespräsidenten hat die Stimme von Roman Herzog Gewicht. Seine Vorträge, Essays und Interviews finden überall Beachtung, obwohl (oder gerade weil) er seit Jahren das politische Geschehen von einer südwestdeutschen Burg aus betrachtet und bloß besuchsweise immer wieder in Berlin auftaucht. Aber hier wie dort klingelt häufig das Telefon, weil aktive Politiker seinen Rat suchen und ihn einflußreiche Institutionen als Redner oder bekannte Medien als Autor gewinnen wollen. Herzog ergreift freilich nur dann das Wort, wenn tiefgreifende, über den Tag hinausgehende Fragen zu beantworten sind.
In diesem Band befaßt sich der ehemalige Bundespräsident mit der
- Staatlichkeit im 21. Jahrhundert, mit dem
- Dilemma der Demokratie zwischen den Grenzen des Wissens und der Kurzatmigkeit des Entscheidens, mit den
- Kernproblemen der europäischen Politik, mit den
- Kernfragen eines interkulturellen Dialogs, mit dem
- Islam und dem Einfluß anderer Religionen auf die Menschheit, mit dem
- Spannungsfeld zwischen Freiheit und Gleichheit, mit den
- Wachstumshemmnissen aus Politik und Wirtschaft, mit der
- Aktualität der Sozialen Marktwirtschaft, mit einer
- längerfristigen Energiepolitik und mit dem
- Umbruch des deutschen Parteiensystems, der eine Korrektur des Grundgesetzes erforderlich machen könnte, um im Bundesrat zu Mehrheiten zu gelangen.
Herzog nimmt bei dem, was er für notwendig hält, kein Blatt vor den Mund, was er schon in seiner Zeit als Präsident des Bundesverfassungsgerichts und als Bundespräsident praktiziert hat. Jetzt tut er das von einem Platz aus, der dafür gleichsam symbolisch ist. Denn er lebt heute in Jagsthausen bei Heilbronn, wo 1480 Götz von Berlichingen geboren wurde, der „Ritter mit der eisernen Hand“, berühmt und sprichwörtlich geworden durch das gleichnamige Schauspiel von Goethe.
Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, wenn Herzog auch ein Thema anspricht, das bisher tabu war: daß die Veränderung, die bereits auf dem einen Flügel unseres Parteiensystems aufgetreten ist, „leicht entsprechende Veränderungen auf dem anderen Flügel zur Folge haben kann“. Jedenfalls könne „die Möglichkeit einer sechsten Partei, die auch nicht unbedingt neofaschistisch“ sein müsste, „nicht gänzlich ausgeschlossen werden“.
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Dr. jur. Drs. h. c. Roman Herzog, geboren am 5. April 1934 in der niederbayrischen Herzogsresidenz Landshut, studierte in München Rechtswissenschaften und wurde 1966 ordentlicher Professor für Staatsrecht und Politik an der Freien Universität Berlin. 1969 ging er an die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, deren Rektor er 1971/72 war. 1973 wurde er Staatssekretär in Rheinland-Pfalz, 1978 Kultus- und 1980 Innenminister in Baden-Württemberg. Von 1973 bis 1991 war er Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, von 1978 bis 1983 Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU. 1983 wurde er an das Bundesverfassungsgericht berufen,
dessen Präsident er von 1987 bis 1994 gewesen ist. Von 1994 bis 1999 war Roman Herzog, 1997 mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet, der siebte deutsche Bundespräsident. Danach leitete er den ersten Europäischen Konvent, der die Charta der Grundrechte der EU ausarbeitete. Von ihm sind mehrere Bücher erschienen, zuletzt 2007 seine Erinnerungen unter dem Titel „Jahre der Politik“.
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