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Peter Hölzle
Zwischen Krähwinkel und Kalifornien
Baden-Württemberg einmal ganz anders
Ca. 200 Seiten
11,5 x 18,7 cm
Gebunden mit Schutzumschlag
16,00 € ca. / 29,10 Fr.
ISBN 978-3-89850-176-7
Erscheinungstermin: November 2008
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Baden-Württemberg einmal ganz anders: als Land, das von einer katholischen Polit- und Verwaltungselite gelenkt wird, in dem sich Konkurrenz- und Wirtschaftsspione tummeln, angezogen von erfolgreichen mittelständischen Unternehmern, die als Nischenkönige des Weltmarktes im Verborgenen blühen. Über diese wenig bekannten Seiten des bundesrepublikanischen Musterlandes berichtet Peter Hölzle.
Der Autor wirft auch einen Blick auf die Harmoniekulisse des badenwürttembergisch-bayrischen Traumverhältnisses, hinter der Rivalitäten zwischen den Regierungen in Stuttgart und München rumoren:
„Wer in Schaltstellen von Politik und Verwaltung Baden-Württembergs nach dem Verhältnis zu Bayern fragt, bekommt nur Gutes, bisweilen sogar Überschwengliches zu hören. Ob in der Villa Reitzenstein, dem Amtssitz des Ministerpräsidenten Oettinger, ob in diversen Ministerien oder in den Chefetagen der oberen Landesbehörden, überall lobt man die Zusammenarbeit mit den Bayern.
Vertrauensvoll sei sie und effektiv, ja exzellent, so das allgemeine Urteil, und das ist nicht einmal übertrieben. Schließlich verbinden die beiden Südstaaten viele Gemeinsamkeiten. Aber so monolithisch, wie sie nach außen wirkt, ist die Südschiene gar nicht, jedenfalls nicht aus baden-württembergischer Sicht. Bajuwarischbarocke Kraftprotzerei und schwäbisch-pietistische Bescheidenheit sind ihr ständiges Reisegepäck.“
Neben großflächigen Landesthemen stehen in diesem Buch historische Exkurse und Episoden: über das verschüttete Erbe der badisch-pfälzischen Revolution von 1848/49, Baden-Baden als Europas Sommerhauptstadt im 19. Jahrhundert und als Anziehungspunkt neureicher Russen heute, die Napola Reichenau als Kaderschmiede der NS-Elite, Carlo Schmids Beinahe-Hinrichtung durch die französische Besatzungsmacht 1945 und einiges mehr.
Kurioses kommt nicht zu kurz. Ein Herren-Frühstück in Stuttgart, ein Gerangel um die Volkshochschule Böblingen-Sindelfingen und ein Streit um das Grab des Dichters Wilhelm von Scholz in Konstanz atmen den Mief von Krähwinkel, einem alten deutschen Dorfnamen, der seit den Tagen von Jean Paul und August von Kotzebue als Inbegriff kleinbürgerlicher Beschränktheit gilt. Er kontrastiert grotesk zum Kalifornien-Image, in dem sich Baden-Württemberg seit Lothar Späth gerne präsentiert.
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Dr. phil. Peter Hölzle, geboren 1941 in Konstanz, Studium der Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Okzitanistik an den Universitäten Marburg, Berlin (Freie Universität), Tübingen und Paris (Sorbonne), Staatsexamen und Promotion, mehrjährige Assistententätigkeit u. a. am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart, von 1977 bis 1989 Redakteur, von 1990 bis 1995 stellvertretender Chefredakteur der Monatsschrift „Evangelische Kommentare“, seitdem freier Journalist (hauptsächlich Rundfunk der ARD, aber auch Printmedien), 2005 deutsch-französischer Journalistenpreis (Hörfunk), Buchbeiträge und Bücher, zuletzt mit Karl Moersch „Kontrapunkt Baden-Württemberg. Zur Vorgeschichte und Geschichte des Südweststaats“ (2002) und „Alle Menschen werden Brüder. Das moderne Europa Friedrich Schillers“ (2005).
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