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Geschichte & Politik

 

Günter Scheinpflug
Erwin Staudt
Der rote Netzwerker
Erwin Staudt wußte schon ziemlich früh:
„Hast du zum Profi kein Talent, wirst du einfach Präsident.“

 
 

Günter Scheinpflug - Erwin Staudt, der rote Netzwerker

Günter Scheinpflug
Erwin Staudt
Der rote Netzwerker
244 Seiten mit 20 Abbildungen
Gebunden mit Schutzumschlag
13,5 x 20,5 cm
19,90 € / 36,00 Fr.
ISBN 978-3-89850-168-2

Erscheinungstermin: Mai 2008

 

Erwin Staudt ist der oberste Fußball-Fan seines Vereins - nicht erst seit dem überraschenden Gewinn der Deutschen Fußballweltmeisterschaft 2007. Der vormalige Deutschland-Chef von IBM führt den VfB Stuttgart als erster hauptamtlicher Präsident der Vereinsgeschichte. Zuvor legte er als bekennender Sozialdemokrat bei IBM eine Bilderbuchkarriere hin. Staudt hat den VfB nicht nur saniert, er hat auch zahlungskräftige Sponsoren an den Verein gebunden und die Mitgliederzahl auf über 40 000 gesteigert. Wie einst als Firmenboß hat er es auch im Fußballclub geschafft, um sich herum ein Netzwerk aus Freunden und Unterstützern zu schaffen. Zu den engsten Vertrauten des „roten Erwin“ zählen der Arbeitgeberpräsident und VfB-Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hundt und der Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel. Im Stil eines waschechten Schwaben ließ Staudt ein modernes Vereinszentrum errichten. In den nächsten Jahren nimmt sich Staudt vor allem zwei Dinge vor: Er möchte zeigen, daß sein Club nicht zufällig sportliche Erfolge verzeichnet. Und bis 2011 soll das Gottlieb-Daimler-Stadion zu einer reinen Fußballarena umgebaut sein. Der Mann mit klaren Zielen und Visionen, der Vordenker der New Economy und Gründer der Initiative D21, die sich den Ausbau der Informationsgesellschaft auf die Fahne geschrieben hat, stammt aus einfachen Verhältnissen. Nach einer Impfung im Alter von fünf Jahren behielt er eine Lähmung im rechten Arm zurück. Sein Vater sagte damals: „Der kann nicht anpacken, der muß aufs Gymnasium.“

 

Der Sohn startete durch, war während der gesamten Schulzeit Klassensprecher, engagierte sich früh in der Kommunalpolitik und wurde später Vorsitzender seines Heimatvereins TSV Eltingen, wo er selbst als Linksaußen gegen das runde Leder trat und danach den Spruch prägte: „Hast du zum Profi kein Talent, wirst du einfach Präsident.“

Der Verehrer von Ludwig Ehrhard fungiert heute als Botschafter einer neuen sozialen Marktwirtschaft. Was er unter sozialer Verantwortung versteht, lebt Staudt vor. Wie früher als IBM-Chef pflegt der Ehrensenator der Universität Cottbus beim VfB den Teamgeist und eine menschliche Unternehmenskultur, engagiert sich für herzkranke Kinder, eröffnet Kunstausstellungen – und wirbt für das Lesen, indem er an der örtlichen Volkshochschule seine Lieblingslektüre vorstellt.

Günter Scheinpflug, geboren 1955
in Stuttgart, war nach dem Studium der Politik und Kulturwissenschaft, der Soziologie und der Philosophie in Tübingen und Paris, das er mit einem Magister abgeschlossen hat, Hörfunk und Fernsehautor sowie Mitarbeiter großer Tages- und Wochenzeitungen. Nach einem Volontariat bei der Heilbronner Stimme wurde er 1989 Redakteur bei der Südwest Presse in Ulm; seit 1999 ist er Redakteur und Redaktionsleiter bei der Stuttgarter Zeitung.

 
     

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