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Peter Huber
Visionär in Zeiten des Umbruchs
Johannes Mährlen: Ökonom, Sozialreformer und Freund Mörikes
395 Seiten mit 38 Abbildungen
Gebunden mit Schutzumschlag
13,5 x 20,5 cm
22,00 € / 39,60 Fr.
ISBN 978-3-89850-161-3
Erscheinungstermin: Juni 2008
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Johannes Mährlen (1803 bis 1871)beeinflußte die Entwicklung der Universität Stuttgart ebenso wie die Gründung der Handels- und Gewerbekammer vor 150 Jahren. 1820 hatte der spätere Professor erstmals Eduard Mörike getroffen. Doch seine Bedeutung geht weit über die lebenslange Freundschaft mit dem Dichter hinaus: Mährlen war eine der treibenden Kräfte bei der Industrialisierung Württembergs.
Der in Ulm geborene Mährlen studiert in Tübingen Theologie, wird evangelischer Dekan in Zell am Aichelberg, studiert in München bei Schelling Philosophie und wird 1827 Korrektor bei Cotta in Augsburg. Statt Privatsekretär der künftigen Kaiserin von Brasilien zu werden, geht er dann als Journalist nach Stuttgart. Bereits während seiner Journalistenzeit fordert er den Ausbau der Gewerbeschule in Stuttgart und wird sogar Lehrer an dieser Schule. Aus ihr entwickelt sich später die Universität Stuttgart. 1838 erfolgt die Ernennung Mährlens zum Professor.
Befreundet nicht nur mit Mörike, sondern auch mit David Friedrich Strauß und Justinus Kerner, reift Mährlen zu einer Persönlichkeit der württembergischen Gesellschaft. Durch seine Heirat 1839 mit der Tochter des reichen Kaufmanns Leopold Conradi in Stuttgart kommt er in familiäre Beziehungen zu Ludwig Uhland. 1842 bringt Mährlen sein Buch „Die Bedeutung der Eisenbahnen für den deutschen Zollverein, mit besonderer Rücksicht auf Württemberg“ heraus und setzt für das Eisenbahnnetz Württembergs entscheidende Korrekturen gegen die regierungsamtlichen Planer durch. Mährlen wird 1847 Bergbaudirektor bei einer englischen Gesellschaft in Schapbach im Schwarzwald. Bereits 1852 gibt er seinen Posten im Schwarzwald auf und schreibt ein Lehrbuch zur Nationalökonomie. 1854 nimmt er wieder seine Lehrtätigkeit in Stuttgart auf.
Als 1855 in Stuttgart die Handels- und Gewerbekammer gegründet wird – mit Steinbeis als deren Präsident –betraut man Mährlen mit dem Amt des geschäftsführenden Sekretärs. Ab 1860 legt er auch den Grundstein für ein künftiges Statistisches Landesamt.
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Mährlen erkennt im Zuge der Industrialisierung schon früh die gesellschaftliche Sprengkraft der sozialen Frage. 1866 gründet er gemeinsam mit Eduard Pfeiffer den „Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen“. Er verteidigt das Recht der Arbeiter auf Bildung von Gewerkschaften und spricht sich für ein Streikrecht aus. Als infolge des Krieges von 1870 die Arbeitslosigkeit um sich greift, schlägt Mährlen vergeblich vor, daß jeder seinem Einkommen entsprechend für ein, zwei oder drei Arbeitslose aufkommen möge.

Peter Huber, 1942 in Stuttgart geboren, ist ein Nachfahre von Johannes Mährlen. Er verbrachte mit seiner Mutter die Kindheit bei der Großmutter im ehemaligen Gästehaus von Justinus Kerner in Weinsberg. Der Vater war in Rußland gefallen. Der Schulzeit in Heilbronn folgte eine Ausbildung zum Lithographen. Schon früh engagierte sich der inzwischen als Gewerkschaftssekretär zur IG Chemie berufene Huber in der Kulturgemeinschaft Stuttgart, mit ca. 38.000 Mitgliedern und ca. 280.000 Theater-, Konzert und Museumsbesuchen im Jahr die größte Vereinigung ihrer Art in Deutschland. Heute ist er Vorsitzender dieser Gemeinschaft. Huber war Geschäftsführer der IG Chemie-Papier-Keramik im mittleren Neckarraum und später stellvertretender Landesleiter der IG BCE für Baden-Württemberg. 15 Jahre lang gehörte er dem Aufsichtsrat der DLW AG in Bietigheim an, zuletzt als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.
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