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Liebe Kolleginnen und Kollegen,
gehört im März 2000 hat der Hohenheim Verlag, der auf Initiative von Michael Klett gegründet wurde, seine ersten Bücher vorgestellt – in Stuttgart und Leipzig. Das Stuttgarter Schloß Hohenheim, nach dem sich der Verlag nennt, ist mit der hier einst seit 1100 ansässigen Adelsfamilie von Hohenheim, aus der auch Paracelsus kam, und mit Herzog Carl Eugen von Württemberg verbunden. Der Herzog stellte in dem von ihm neuerbauten Schloß 1782 Friedrich Schiller, der auf seine Kosten an der Hohen Karlsschule Medizin studiert hatte, wegen seiner „Räuber“ zur Rede.
Im selben Jahr war dort Friedrich Maximilian Klinger, Verfasser des Dramas „Sturm und Drang“, zu Gast und anderthalb Jahrzehnte später sein Jugendfreund Goethe. Die russische Großfürstin Katharina, seit 1816 Königin von Württemberg, legte dann zusammen mit ihrem Gemahl Wilhelm I. die Grundlagen für die Universität. Wilhelm Conrad Röntgen, der erste Nobelpreisträger für Physik, war der berühmteste Gelehrte dieser Alma mater.1923 wurde die Chemikerin Margarethe von Wrangell aus Moskau in Hohenheim die erste ordentliche Professorin an einer deutschen Hochschule.
Weniger spektakulär und bürgerlicher ist der Leipziger Hohenheim-Standort. Dafür nimmt er die Tradition der ehemaligen „Reichsbuchhauptstadt“ auf, von der leider, bis auf die erfolgreiche Buchmesse, nicht viel übrig geblieben ist, wenn man an so berühmte Namen wie Baedeker, Bibliographisches Institut, Brockhaus Insel, Reclam, Tauchnitz und Thieme oder den Börsenverein denkt. Eben deshalb hat sich der Hohenheim Verlag nicht nur in Stuttgart angesiedelt, sondern auch in Leipzig, wo bekannte Autoren gewonnen werden konnten.
Es ging dabei von Anfang an nicht darum, Sonntagsreden über die immer wieder beschworene innere Einheit zu publizieren, sie sollte vielmehr praktiziert werden. Deshalb kamen schon im ersten Verlagsprogramm die Autoren sowohl aus Hamburg als auch aus Dresden, sowohl aus dem Schwarzwald als auch aus dem Erzgebirge. Das ist bis heute so geblieben und macht einen wesentlichen Teil des Hohenheim-Erfolgs aus.
Der Verlag könnte demnächst nicht seinen 10. Geburtstag feiern, wäre er nicht von Anfang an vom Buchhandel unterstützt und von den Medien wohlwollend begleitet worden. Deshalb ist an dieser Stelle ein Wort des Dankes fällig, aber natürlich auch die Bitte, daß das im nächsten Verlagsjahrzehnt ebenso bleibt!
Ihr Hohenheim-Verleger
Ulrich Frank-Planitz
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