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Roland Haug
Die Kreml AG
Putin, Rußland und die Deutschen
292 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
13,5 x 20,5 cm
19,90 € / 36,00 Fr.
ISBN 978-3-89850-153-8
Erscheinungstermin: März 2007
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Ein Mann, der während des Umbruchs in der DDR in Dresden für den sowjetischen Geheimdienst arbeitete, steht seit einigen Jahren unangefochten an der Spitze Rußlands. Er betreibt eine harte Innenpolitik und eine selbstbewußte Außenpolitik, tritt aber auch für eine Verständigung mit dem Westen ein. Wie ist sein Verhältnis zu den Deutschen, deren Sprache er fließend spricht? Und wer kommt nach ihm? Ein Rußlandexperte beurteilt aus intimer Kenntnis Putins Politik.
Wlademir Putin wurde im Jahre 2000 Nachfolger von Boris Jelzin als Präsident Rußlands. Von seiner zweiten Amtszeit, die 2004 begann, erhoffte man sich einen Sprung nach vorn – eine wirtschaftliche und soziale Konsolidierung des Landes sowie eine entwickelte Demokratie. Doch Putin, der 1952 in Leningrad (das heute wieder St. Petersburg heißt) geboren wurde, änderte seinen Kurs und handelte nach der Devise: Alle Macht dem Kreml; die Demokratisierung ist dabei gescheitert. Putin dient den Interessen des Machtkartells der „Silowiki“, die aus seinen engsten Mitarbeitern in der Präsidial-Administration, aus Vertretern des Sicherheitsapparats und aus den Trägern des staatlichen Gewaltmonopols besteht.
Einen Rückbau zum autoritären Staat hält Rußlands Präsident aus Gründen der staatlichen Sicherheit für gerechtfertigt. Denn er ist fest davon überzeugt, daß Anarchie und das Auseinanderbrechen des Vielvölkerstaates nur mit eiserner Faust verhindert werden können. Bemerkenswert ist, daß die Mehrheit der Russen in diesem Punkt ihrem Präsidenten zustimmt. Der ökonomische Aufschwung hat im Volk nämlich zu einer Putin-freundlichen Grundstimmung beigetragen. Die große Wut der Massen gegen „die da oben“, die noch unter Michail Gorbatschow und Boris Jelzin bestanden hatte, ist verpufft. Man sehnt sich in Rußland nach einem kraftvollen Retter, der den Wunsch der Menschen nach dem allumfassenden Volksglück erfüllt.
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Präsident Putin entspricht bis zu einem gewissen Grad dieser Vorstellung. Er ist populär, weil von ihm Kraft, Effizienz, Zuversicht und zielgerichtetes Handeln auszugehen scheinen. Er verspricht den Massen genau das, was sie sich – nach einer „Zeit der Wirren“ unter Gorbatschow und Jelzin – am meisten wünschen: Stabilität statt Chaos, Ordnung statt Anarchie, Großmacht statt Staatszerfall. Putin präsentiert sich dabei als Mann der Tat, der seinem Land wieder zu großem Einfluß in der Welt verhilft.
Rußlands Wirtschaft läuft schon jetzt „wie geschmiert“; es geht ihr gut. Eine wichtige Rolle beim Wiederaufstieg des Landes zu ungeschmälerter Weltgeltung sollen die Deutschen spielen. Russische Firmen arbeiten am liebsten mit deutschen Partnern zusammen. Geschäftsleute loben die freundschaftlichrespektvolle Art, mit der die deutsche Wirtschaft auf dem großen Zukunftsmarkt im Osten wahrgenommen wird.

Roland Haug, geboren 1949 in Stuttgart, hat in Berlin und Tübingen Slawistik, Geschichte und Soziologie studiert und das Russische Sprachseminar der Universität Leningrad besucht. Er war bis 1970 Nachrichtenredakteur des Süddeutschen Rundfunks (SDR), dann dort politischer Redakteur und Osteuropa-Kommentator, von 1981 bis 1986 ARD-Hörfunkkorrespondent für das südliche Afrika und schließlich bis 1989 SDR-Nachrichtenchef. 1990 bis 1994 berichtete er für die ARD, das Schweizer Radio, den Österreichischen Rundfunk und die Neue Zürcher Zeitung aus Moskau. Bis 2002 war er dann wieder Nachrichtenchef in Stuttgart. Rußland ist seine „zweite Heimat“. Seit 1964 hat er 83 Exkursionen in alle Gebiete der ehemaligen Sowjetunion unternommen. 2003 erschien sein Buch „Putins Welt, Rußland auf dem Weg nach Westen“.
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