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Götz Schultheiß
Hamlet mit Apfelmus
Walter Schultheiß und Trudel Wulle –auf der Bühne und zu Hause
Mit einem Vorwort von Carl Philip von Maldeghem, einem Nachwort von Hans-Dieter Reichert und zahlreichen Abbildungen
159 Seiten mit 23 Abbildungen
Gebunden mit Schutzumschlag
11,5 x 18,7 cm
14,80 € / 27,10 Fr.
ISBN 978-3-89850-156-9
Erscheinungstermin: März 2007
Walter Schultheiß
Geklopfte Sprüche
128 Seiten
8,90 € / 16,60 Fr.
ISBN 978-3-89850-035-7
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Hamlet mit Apfelmus – eine anekdotische Annäherung an den Schauspieler Walter Schultheiß. Von ihm werden immer originelle, heitere Aussagen erwartet. Doch hinter der humorvollen Seite verbirgt sich ein ernsthafter Künstler, ein messerscharfer Beobachter, dessen Humor sich aus der Situationskomik entwickelt. Das Buch seines Sohnes Götz bietet Einblicke ins Familienleben des Mimen, der in seiner Frau Trudel Wulle eine kongeniale Muse gefunden hat, schildert seinen beruflichen Werdegang und skizziert seine künstlerische Vielseitigkeit, denn Walter Schultheiß ist unter anderem auch ein exzellenter Maler. Wie nicht anders zu erwarten, ist das Buch über den Humoristen alles andere als trocken.
Zum Sport hat mein Vater ein humoristisches Verhältnis – besser gesagt zum Ernst, mit dem Sportfans mit dem Thema umgehen; den Leistungen der Sportler zollt er großen Respekt. Der Stellenwert, der diesem Thema in der Gesellschaft und den Medien eingeräumt wird, amüsiert ihn jedoch. So bekommen auch prominente Funktionäre seine spitze Zunge zu spüren, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Eines Tages begegnete Papa dem damaligen Präsidenten des VfB Stuttgart, dem baden-württembergischen Minister Gerhard Mayer-Vorfelder. Der war freudig erregt über den Sieg seines Vereins und rief ihm strahlend zu: „Zwei zu Null!“ Darauf Papa: „Und was war ausgemacht?“
VfB-Fans erzählt er – neben der trockenen Bemerkung, Fußball fände im Stadion statt, weil Glücksspiele im Freien verboten seien – nicht immer zur Freude folgenden Witz: Ein Mann betritt mit seinem Hund ein Lokal, das Tier geht zu einem Gast und wirft sogleich sein Bierglas um. Der Hundebesitzer entschuldigt sich und erklärt: „Das macht er immer, wenn der VfB Stuttgart verliert.“ Der Gast: „Ja, was macht er denn, wenn der VfB gewinnt?“ „Ich weiß nicht, ich hab´ ihn erst ein Jahr.“
Der Künstler beim Stromausfall
Wenn Vater sagt, „im Fußballstadion kann man brüllen, ohne daß man gleich für einen Sänger gehalten wird“, dann illustriert diese Aussage sein Verhältnis zur Pop- und Rockmusik mit ihren unterschiedlichen Stilrichtungen. Die Akteure mit E-Gitarre und Verstärker bezeichnet er als elektronische Sänger und urteilt: „Der wahre Künstler zeigt sich erst beim Stromausfall.“
Das fast gymnastische Rucken und Zucken, mit dem die Bands Leben auf die Bühne bringen, ist für ihn Ausfluß schmerzhafter Nieren- oder Gallencholiken.
Wenn ein Rockkünstler statt im Smoking sein Publikum mit nacktem Oberkörper beehrt, dann hält er seine Bemühungen eher für Sport als für Sangeskunst. Die musikalische Welt von Walter Schultheiß besteht aus Klassik, Oper, und Operette, Chanson, den witzigen, frechen Schlagern der zwanziger und dreißiger Jahre und bisweilen aus Jazz.
„Sport ist Mord“, zitiert Papa immer wieder den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill. Er habe nie Sport getrieben, behauptet er steif und fest. Sein Vater, mein Ähne Ernst Schultheiß, Kraftfahrer bei der Tübinger Chronik, hat ihn als Kind einmal zu einem Leichtathletik-Wettbewerb mitgenommen. Er erhielt eine Urkunde, in der zu lesen war, er habe den 32. Preis errungen. Ähne kommentierte trocken: „Es lohnt sich nicht, dieses Dokument für die Nachwelt aufzubewahren.“ Was sein persönliches Empfinden zum Sport anlangt, hat mein Vater vermutlich subjektiv Recht.
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Mehrere Begabungen
Er besitzt mehrere musische Begabungen zugleich, ist höchst musikalisch und singt hervorragend, eine Eigenschaft, die ihm nach dem Krieg bei der Operette zu Gute kam. Er ist aber auch ein hervorragender Maler, der als Erwachsener bei seinem Freund, dem Grafiker, Maler, Komponisten und Galeristen Willy Wiedmann, Mal-Unterricht nahm, um dann bei sengender Hitze in der Provence in freier Landschaft ebenso zu malen wie später in der Lagune von Venedig. Schon als Kind hat er Literatur und Malerei zu vereinen gewußt. So kreierte er damals Schattenspielfiguren zu Goethes Faust.

Götz Schultheiß, wurde 1955 in Stuttgart als Sohn des Schauspielerehepaars Walter Schultheiß und Trudel Wulle geboren. Nach dem Abitur in Nagold (Schwarzwald) und dem Studium der Islamkunde und der Politikwissenschaft an der Universität Tübingen arbeitete er ab Anfang der neunziger Jahre bei der Sindelfinger Zeitung. Seit 2003 ist er als freier Journalist tätig; er lebt in Wildberg bei Calw im Schwarzwald.
Meines Vaters Humor basiert auf Beobachtung. So entstehen in Sketchen und Szenen durch Situationskomik solch unnachahmliche Dialoge:
Sie: „Wo waren sie gestern Abend?“
Er: „Im Palladium.“
Sie: „Was hat´s da geba?“
Er: „Hamlet.“
Sie: „Mit Apfelmus?“
Er: „Wie bitte?“
Sie: „Mir esset immer Apfelmus zum Omlett.“
Von Walter Schultheiß sind bei Hohenheim „Geklopfte Sprüche“ und „Geschichten aus dem Hinterhalt“ erschienen.
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