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Geschichte & Politik

 

Reinhard Wilke - Meine Jahre mit Willy Brandt
Die ganz persönlichen Erinnerungen seines engsten Mitarbeiters
Der engste Mitarbeiter des Kanzlers war vorsichtig, weil der DDR-Spion Günter Guillaume vor seiner Verhaftung noch im Hause war

 
 

Reinhard Wilke - Willy Brandt

Reinhard Wilke
Meine Jahre mit Willy Brandt
Die ganz persönlichen Erinnerungen
seines engsten Mitarbeiters
Mit einem Vorwort von Ulrich Wickert
272 Seiten mit 24 Abbildungen
13,5 x 20,5 cm
Gebunden mit Schutzumschlag
19,90 € / 36.00 Fr.
ISBN 978-3-89850-198-9

Erscheinungstermin: März 2010
 

 

 

Von Ende 1970 bis Frühjahr 1976 war Reinhard Wilke der engste Mitarbeiter von Willy Brandt – zuerst im Kanzleramt, dann nach Brandts Rücktritt 1974 in dessen Büro im Bundeshaus. In diese Zeit fallen wichtige Entscheidungen der sozial-liberalen Koalition, die Verleihung des Friedensnobelpreises an Brandt, Barzels gescheitertes Mißtrauensvotum und die Olympischen Spiele in München, wo Wilke die spätere Königin Sylvia von Norwegen kennenlernte, die Nominierung des Außenministers Scheel für das Amt des Bundespräsidenten, aber auch die Entdeckung des DDR-Spions Günter Guillaume im Kanzleramt. Wilke erfährt früh davon, aber ihm sind die Hände gebunden. All das steht ungeschminkt in seinem Tagebuch, das er kurz vor seinem Tod zur Veröffentlichung freigegeben hat – ein überaus wichtiges spannend zu lesendes Dokument der Zeitgeschichte.

Reinhard Wilke schreibt in seiner Vorbemerkung: „Ich habe nur das herangezogen, was ich in meinem damaligen Tagebuch niedergeschrieben habe. Diese in den Aufzeichnungen zum Terminkalender des Bundeskanzlers Brandt zusammengefaßten Teile habe ich später kommentiert. Beides zusammen gibt einerseits einen unmittelbaren Einblick in die Geschehnisse des Tages, zum anderen enthält es Erklärungen dessen, was am Tage geschehen ist, sowie Beschreibungen der Personen, die an dem Geschehen beteiligt waren. Insgesamt habe ich mich ausschließlich auf meine Erinnerung gestützt, was besonders dann nötig war, wenn es Lücken in meinem damaligen Tagebuch gab, die zum Teil durch die Tatsache entstanden waren, daß ich vorsichtig sein mußte, weil Günter Guillaume vor seiner Verhaftung noch im Hause war …

Ich habe die damaligen Jahre aus größter Nähe zu Willy Brandt erlebt und manchmal erlitten. Das hat meine Sicht gewiß verengt. Es mag sein, daß dadurch eine sehr subjektive und auf mich bezogene Darstellung entstanden ist. Das aber  habe ich beabsichtigt und möglichst alles zu beschreiben vermieden, was ich damals nicht selbst gesehen oder gehört habe …

Daß ich dabei manches zu kritisch oder auch falsch gesehen und bewertet habe – besonders, was Willy Brandt, aber auch einige seiner engsten Mitarbeiter betrifft – gebe ich gern zu Streichungen habe ich in dieser Fassung nur an Stellen vorgenommen, die für den Gesamtzusammenhang unerheblich sind. Dagegen habe ich die oft harsche Beurteilung von Personen durch den Bundeskanzler oder durch mich weitgehend im Text belassen und allenfalls durch Anmerkungen kommentiert. Für eine Geschichtsschreibung, die sich mit den Vorgängen der Jahre 1970 -1974 befaßt, sind sie, so denke ich, sicherlich nicht ganz unerheblich.

 

Reinhard Wilke 

Dr. jur. Reinhard Wilke, geboren 1929 im westfälischen Lüdenscheid und 2009 in Bonn gestorben, studierte in Mainz, Hamburg und Bonn Rechtswissenschaften, von 1960 bis 1966 war er Richter am Verwaltungsgericht Köln, danach im Bundesministerium der Justiz in Bonn tätig. Ende 1970 wurde er Persönlicher Referent und Leiter des Kanzlerbüros von Willy Brandt. Nach dem Rücktritt Brandts als Bundeskanzler übernahm er für zwei Jahre dessen Persönliches Büro im Bundeshaus. 1976 bis 1979 war er Abteilungsleiter für Jugend, Familie und Soziales im Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit, wo er zum Ministerialdirektor ernannt wurde. Danach war er vier Jahre lang Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks. 1984 wurde er nach dem Regierungswechsel in den einstweiligen, 1944 in den endgültigen Ruhestand versetzt“.

 
     

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